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Konfrontierende Kommunikation – jetzt mal Klartext reden


Im Kommunikationsmanagement wird seit geraumer Zeit immer häufiger von der Technik der „konfrontierenden Kommunikation“ gesprochen. Deshalb hier ein kurzer Erklärungsversuch, um was es sich dabei handelt: Das lat. confrontatio wird mit Gegenüberstellung oder Entgegenstellen übersetzt. Die konfrontierende Kommunikation beschreibt demnach das unbeschönigte Aufzeigen störender Faktoren und scheint damit mögliche Konflikte in Kauf zu nehmen.

Tatsächlich aber hat die konfrontierende Kommunikation zum Ziel, zwar einerseits „die Dinge beim Namen zu nennen, ohne um den heißen Brei herum zu reden“. Andererseits berücksichtigt sie eine wertschätzende und akzeptierende Haltung dem Gesprächspartner gegenüber. Dadurch soll vermieden werden, dass überholte autokratische Gesprächsmuster wieder Einzug halten. Seinen Ursprung nimmt dieser Kommunikationsstil in der konfrontativen Pädagogik(1), die Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen im Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen schult. Im Gegensatz zum antiautoritären Erziehungsmodell der 70er Jahre, die die Entwicklungsautonomie der Jugendlichen mit Hilfe der Befreiung von Zwängen fördern will, zielt die konfrontative Pädagogik darauf ab, Menschen unmittelbar mit ihrem Handeln zu konfrontieren, um deren Denk- und Verhaltensmuster in der jeweiligen Situation in Frage zu stellen. Damit sollen von den Betroffenen sofort Handlungsoptionen selbstständig erarbeitet werden. Es gibt übrigens Situationen, in denen von konfrontativer Gesprächsführung unbedingt abzuraten ist, nämlich bei Menschen mit

  • traumatischen Erfahrungen

  • autoaggressiven Tendenzen (Selbstverletzung, Borderline Syndrom)

  • psychisch labilem Verhalten (Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, negative Gedanken, Panikgefühl)

Quelle: (1) J. Weidner & R. Kilb: Konfrontative Pädagogik (2010, 4. Aufl.), Verlag: Springer Fachmedien

#Kommunikation

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Christiane Espich
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